und wenn wir die wenigen reste an hellsichtigkeit, die uns in all dem irrsinn und überdruß und der lähmung und erstarrung geblieben sind, hernehmen und uns mit anderen vergleichen, die im irrsinn schon gänzlich untergegangen und umnachtet sind, so müssen wir uns glücklich und dankbar schätzen, unseren eigenen irrsinn, wenn schon nicht durchschauen oder begreifen, so doch wahrnehmen und benennen zu können. aber diese dankbarkeit oder die verpflichtung zur dankbarkeit bleibt eine scheinbare und ihre segnungen genauso zweifelhaft wie unsere vorstellung von dem wahn, welcher uns gefangenhält und nach seinem gutdünken manipuliert, vielleicht sogar bis dahin, dass wir dies mit eben der scheinbar willig empfundenen dankbarkeit begrüßen und uns selbst noch dazu beglückwünschen, auf solche ebenen der entäußerung herniederzusinken.
aber der wahn und die hellsichtigkeit und die dankbarkeit sind nur scheinbar das, als was sie uns in unserer umnachtung heimsuchen, um in einer nichtigkeit unser kaum mehr empfundenes elend festzuhalten und solcherart die banalität unseres stumpfsinns festzuschreiben und im fluß der lähmenden erschöpfung vielleicht ein leichtes kräuseln des wassers zu erzeugen. und selbst wenn dies trotz vollkommener aussichtslosigkeit gelänge, so dränge doch nichts davon auf den grund unserer erschöpfung und rührte an unser elend, das wir so regungslos hinnehmen, dass wir uns schon längst nicht mehr bemühen, ihm beschönigende namen umzuhängen oder es mit sonstigen ausflüchten oder halbwahrheiten zu dekorieren und ihm solcherart eine gewisse besonderheit und einzigartigkeit zu verleihen, um seine alles verschlingende banalität besser zu verbergen.
elend
August 6, 2008 by michaelglück
Juni 12, 2008 by michaelwenn wir etwas erkennen, das uns zum glück gereichen könnte, so gilt es daran festzuhalten, auch wenn alle greifbaren anhaltspunkte sich uns scheinbar oder tatsächlich ständig entziehen, darauf zu bauen, auch wenn der boden unter uns schwankt, darauf zu vertrauen, auch wenn nirgendwo gewissheit ist, denn wenn das tatsächliche oder vermeintliche glück auch noch so ephemer bleibt, so ist doch das einzig sichere das unglück, das uns unvermeidlich trifft, wenn wir uns haltlos in seine abgründe fallen lassen.
voyeurismus
April 30, 2008 by michaelwenn besonders monströse fälle von gewalt, abhängigkeit oder missbrauch publik werden, so ist die allgemeine erregung hoch und die empörung und sogenannte fassungslosigkeit sind in aller munde. diese einzelfälle bedienen in wirklichkeit aber nur den mehr oder weniger ausgesprochenen voyeurismus der masse oder helfen den medien, diesen mit gewaltigem aufwand und lärmender inszenierung möglichst reichweiten- und auflagenwirksam zu bedienen, während sie von den alltäglichen fällen der gewalt und des missbrauchs in abhängigkeitsverhältnissen jedweder art ablenken und den noch unerkannten gewalttätern zur selbstverharmlosung und den vorgeblich ahnungslosen mittätern zur willkommenen ablenkung dienen.
kleingeisterei
April 29, 2008 by michaelwenn einen die kleingeisterei dermaßen bedrängt, dass man nicht mehr unbeschadet darüber hinwegsehen kann, ist es das beste, deren moralinsaure gehässige proponenten mit unserem überlegenen verstand in die schranken zu weisen, sodass sie in ihrer beschränkten vorstellungskraft angesichts unserer wortgewalt nur mehr mit ungläubigem gaffen reagieren können, auch wenn sie noch heftig nach atem ringend zuflucht darin suchen, in einer art automatismus die worthülsen ihrer scheinmoral aus den lungen zu pressen. aber wenn wir auf predigten was geben würden, gingen wir ohnehin in die kirche.